Aktuelles
Auf der Jahrestagung des bbs e.V. vom 09.06.2010 - 11.06.2010 in Bad Salzdetfurth befassten sich die Teilnehmenden unter der Überschrift
Krise in der Wirtschaft – Chance für die Beratung
mit dem tiefgreifenden Wandel in Gesellschaft und Arbeitswelt.
Betriebliche Sozialarbeit ist in Zeiten der Veränderung mehr denn je notwendig, um einen Beitrag zum unternehmensinternen Gleichgewicht zu leisten.
Wie sich Wirtschaft und Arbeitswelt entwickelt, wie „Beratung 2020“ gestaltet werden soll, welches die Werte sozialarbeiterischen Handelns sind und künftig sein werden, war Inhalt der Beiträge und Workshops.
Herrn Prof. Dr. Zellmann (Institut für Zukunfts- und Freizeitforschung, Wien) schaffte mit seinem Vortrag „Zeitenwende und Krisenstimmung - Eine Chance für die Sozialberatung“ einen gelungenen Einstieg ins Thema. Die Tagung erhielt dadurch einen dynamisch-erfrischenden Input, der die Atmosphäre deutlich prägte.
Mit der visionären Prognose von Prof. Zellmann, wie sich Arbeit von sozialversicherungspflichtiger Lohnarbeit hin zur sinnstiftenden, steuerfinanzierten Tätigkeit mit einem Grundgehalt für alle wandeln werde, war ein guter Anfang gemacht und die Weichen für eine lebendige und fachlich – konstruktive Beteiligung gestellt.
Mehr gedankliche Anstrengungen, mehr kulturelle und berufliche Flexibilität wurden den Tagungsteilnehmern als künftige Kompetenzen empfohlen.
Gleichzeitig werde, so Prof. Zellmann, der Bedarf nach Beratung mit einer guten Rahmenqualität (Fachkenntnis, Zeit und Empathie) stetig zunehmen.
Der Abend stand im Fokus der Mitgliederversammlung des Bundesfachverband Betriebliche Sozialarbeit e.V.
Besonders hervorzuheben ist das neue Praxishandbuch betriebliche Sozialarbeit, das den Mitgliedern vorgestellt wurde und eine positive Resonanz fand. Den Herausgebern Susanne Klein und Hans-Jürgen Appelt ein großes Dankeschön für die geleistete Arbeit. Herzlichen Dank auch an alle, die das Buch durch ihre Beiträge mitgestaltet und ermöglicht haben.
Am zweiten Tag führte Brigitte Zeier alle Teilnehmer zurück in die konkrete sozialarbeiterische Praxis und referierte zu „Chancen und Risiken von Veränderungsprozessen“. Sie erläuterte, was Beraterinnen und Berater im Rahmen von Veränderungsprozessen wissen und beachten sollten. In Zeiten stetigen Wandels und großer Herausforderungen werde von allen im Betrieb Tätigen vermehrt sozial kompetentes Handeln verlangt.
Um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen, müssten gerade die Funktionsträger mehr denn je aktiv zuhören, Fragen, Zweifel und Blockaden wahrnehmen, deren Hintergründe verstehen und diese adäquat mit ihren Mitarbeitern kommunizieren können.
Dazu sei Fachpersonal notwendig, das eine beratende und koordinierende Rolle einnehmen könne. Betriebliche Sozialarbeit bringe dafür die besten Voraussetzungen mit, indem sie Betriebe darin unterstütze, Instrumente der Personalarbeit im betrieblichen Alltag aufeinander abgestimmt einzusetzen.
Im Anschluss wurden in vier parallelen Workshops die Tagungsinhalte vertieft.
- Krisenmanagement für die Zukunft mit Sandra Fanroth. Schwerpunkt Konflikte und Konfliktmediation in Betrieben.
- Im Workshop mit Christiane von Schönberg ging es um Marketing und Vertrieb betrieblicher Angebote nach innen und nach außen.
- Der Workshop von Brigitte Zeier beschäftigte sich mit den Aspekten der Kosten-Nutzen-Rechnung betrieblicher Sozialberatung.
- Um die Auswirkungen des demographischen Wandels im Hinblick auf die Angebote der Betrieblichen Sozialarbeit ging es im Workshop von Joachim Wilms.
Am letzten Tag wurden die Tagungsergebnisse mit den Erfahrungen und Erkenntnissen aus der Berufspraxis der Teilnehmenden verknüpft.
Mit der Methode des World Cafes wurden Visionen und Ideen für die Zukunft der betrieblichen Sozialarbeit entwickelt.
Fünf Perspektiven für die nächsten zehn Jahre standen im Mittelpunkt des letzten Tages:
- Wie werden sich die Arbeitsbedingungen verändern?
- Welche Themen werden Betriebliche Sozialarbeit tangieren?
- Wie verändern sich die Aufgaben von Führungskräften?
- Welche Leistungen und welchen Nutzen werden Unternehmen von einer Betrieblichen Beratung zukünftig erwarten?
- Wie soll sich Betriebliche Sozialarbeit im Spannungsfeld von immer größeren Leistungsanforderungen und Produktivität einerseits und den berufsethischen Prinzipien andererseits positionieren?
Die Ergebnisse dienen als Basis für die zukünftigen Aktivitäten im Rahmen der Verbandsarbeit.
Die Arbeitsgruppe Qualität und Qualitätssicherung wird diese Anregungen in die weitere Arbeit mit einfließen lassen.
Fazit:
Es war eine gelungene Jahrestagung mit interessanten Diskussionen und persönlichen Begegnungen in angenehmer Atmosphäre.
Wir freuen uns auf die zukünftigen Fach- und Arbeitstagungen.
Herzliche Grüße
Der Vorstand