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Pflegebedürftigkeit hängt von der sozialen Stellung ab

Das DIW Berlin zeigt, dass die Lebenserwartung mit der sozialen Stellung der Menschen zusammenhängen: Personen mit geringen Einkommen, einer hohen physischen und psychischen Arbeitsbelastung oder einer niedrigen beruflichen Stellung haben eine deutlich kürzere Lebenserwartung und dieser Unterschied wächst im Zeitverlauf. Interessant an diesem Bericht ist die Frage nach der Wahrscheinlichkeit, ob eine Person pflegebedürftig wird und wie die Zeit bis zur Pflegebedürftigkeit, das heißt der Lebensjahre ab dem Alter von 65 Jahren, die von einer Person ohne pflegende Hilfeleistungen durchlebt werden können.
https://www.diw.de/de/diw_01.c.827699.de/publikationen/wochenberichte/2021_44_1/pflegebeduerftigkeit_haengt_von_der_sozialen_stellung_ab.html

 

8,5 Millionen Menschen lebten in Deutschland 2020 in überbelegten Wohnungen

Aus Rückmeldungen aus den Sozialberatungen der Betrieblichen Sozialen Arbeit wissen wir, wie belastend die Covid-Pandemie für Menschen war, die in Wohnungen lebten, die nach europäischer Definition als überbelegt gelten. Als überbelegt gilt eine Wohnung, wenn sie über zu wenige Zimmer im Verhältnis zur Personenzahl verfügt. In Deutschland waren davon im Jahr 2020 knapp 8,5 Millionen Personen betroffen.
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/11/PD21_506_63.html

Viele Intensivpflegekräfte schmeißen hin

Die Betriebliche Soziale Arbeit gibt es in einigen Krankenhäusern, aber längst nicht in allen. In fast drei Viertel der Krankenhäuser mit Intensivbetten stehen einer Umfrage zufolge derzeit weniger Intensivpflegekräfte zur Verfügung als noch Ende 2020. Hauptgründe sind Kündigungen, interne Stellenwechsel und reduzierte Arbeitszeiten. Erstmals lässt sich anhand der Daten auch beziffern, wie viele Intensivpflegekräfte den Krankenhäusern durch die schwierigen Bedingungen in der Corona-Pandemie verloren gegangen sind. Gerade in schwierigen Situationen und bei Fachkräftemangel zeigt sich, wie wertvoll die Arbeit der Betrieblichen Sozialen Arbeit ist.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/personalmangel-auf-intensivstationen-viele-pflegekraefte-gehen-17616341.html

Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro

Aus Sicht der Betrieblichen Sozialen Arbeit ist es begrüßenswert, dass eine Anhebung des Mindeslohns auf zwölf Euro durch eine Ampel-Koalition Anhebung des Mindestlohns auf zwölf Euro geplant ist. Dass diese sich auch positiv auf die Volkswirtschaft auswirke, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt käme, beschreibt der Tagesspiegel.
https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/zwoelf-euro-mindestlohn-mehr-geld-fuer-acht-millionen-menschen/27719494.html

 

Minijobs in Kleinbetrieben

Minijobs würden in kleinen Betrieben mit weniger als zehn Mitarbeitenden bis zu 500.000 sozialversicherungspflichtige Stellen verdrängen. So steht es in einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Anders als erhofft, bilden sie zudem nur selten eine Brücke in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. In einer neuen Regierung wird dieses Thema sicher eine Rolle spielen. Im Rahmen der Sozialberatung der Betrieblichen Sozialen Arbeit zeigt sich, dass auch viele Beschäftigte in mittleren und großen Organisationen neben ihrem Hauptverdienst einen Minijob angenommen haben, um finanzielle Belastungen zu bewältigen.
https://www.iab.de/de/informationsservice/presse/presseinformationen/forum_minijobs.aspx

SZ: "Deutsche wollen früh in den Ruhestand"

In unserer Lunch Lecture im Januar werden wir mit Alexander Hagelüken über das Thema "Länger arbeiten" sprechen. Passend dazu sein Artikel vom 20.10.2021. Viele sehen sich derzeit nicht in der Lage, lange zu arbeiten. Länger arbeiten benötigt gute Arbeitsbedingungen. Aus unserer Sicht ließe sich ergänzen "und Betriebliche Soziale Arbeit". Denn die Betriebliche Soziale Arbeit unterstützt Menschen in den unterschiedlichsten Lebenssituationen und trägt dazu bei, dass die Potentiale für bessere Arbeitsbedingungen genutzt werden.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rente-altersarmut-ruhestand-1.5443634

Chancengerechtigkeit? Leider nicht. Soziale Herkunft ist immer noch entscheidend

Die Unterschiede im Berufsleben sind in der Betrieblichen Sozialen Arbeit augenscheinlich. Grob gesagt: Je höher der Bildungsabschluss, desto größer die Wahrscheinlichkeit des beruflichen Aufstiegs und des besseren Verdienstes. Eine neue Studie von McKinsey belegt erneut die Ungleichheit des deutschen Bildungssystems. Es wurde analysiert, wie sich Bildungswege von Kindern aus Nichtakademiker_innen-Haushalten im Vergleich zu Kindern von Akademiker_innen entwickeln. In den Grundschulen kommen gut zwei Drittel aus nichtakademischen Haushalten, aber nur weniger als die Hälfte dieser Schüler_innen wechselt auf eine Schule, die einen Hochschulzugang ermöglicht. Kinder von Akademiker_innen wechseln fast doppelt so häufig auf weiterführende Schulen, die mit einer Studienberechtigung abgeschlossen werden können.

Die Studie benennt - wie seit Jahrzehnten - den Übergang vom Klassenzimmer in den Hörsaal als größte Hürde für eine akademische Laufbahn. Immerhin habe sich die Übergangsquote bei Nichtakademiker_innenkindern um 11% verbessert, liege mit 59 % immer noch deutlich niedriger als bei Akademiker_innenkindern. Von ihnen gingen 95 % von einer weiterführenden Schule an eine Hochschule.
https://www.mckinsey.de/news/presse/21-10-19-hbr-paper-2---chancengerechte-bildung

Eine Steuerreform als Job-Turbo für Frauen

Wenn in der Betrieblichen Sozialen Arbeit über das Thema Finanzen gesprochen wird, zeigt sich nicht selten, dass das Ehegattensplitting gerade für Frauen im Alter oder nach einer Ehescheidung Nachteile mit sich bringen kann. Eine Reform könnte hier Abhilfe schaffen...

Kinderbetreuung

In der Betrieblichen Sozialen Arbeit wird die Kinderbetreuung häufig thematisiert. Diese ist nicht überall in Deutschland beitragsfrei, für viele Eltern ist die Kinderbetreuung deshalb auch eine Kostenfrage. Im Jahr 2017 zahlten Eltern durchschnittlich 1 310 Euro jährlich dafür. Hier gibt es weitere Infos...

Geld ist nicht alles ...

In der Betrieblichen Sozialen Arbeit wird Tag für Tag deutlich, dass für sehr viele Menschen ein Leben mit wenig Geld sehr belastend ist. Finanzielle Ängste und Sorgen bestimmen das Lebensgefühl. Doch es gibt immer wieder Menschen, die trotz widriger finanzieller Umstände mit ihrem Leben zufrieden sind. Nun ist ein Forscherteam dieser Frage nachgegangen, was diesen Menschen zu einem zufriedenstellenden und würdevollen Dasein verhilft.

https://www.iab-forum.de/zufrieden-leben-trotz-wenig-geld-ueber-ausnahmen-die-die-regel-bestaetigen-und-die-politik-herausfordern/

 

Die Lohnschere zwischen Alten- und Krankenpflege schließt sich 2020 auch weiter nur langsam

Die Löhne in der Pflege unterscheiden sich nach wie vor erheblich zwischen den Pflegeberufen, den Bundesländern und den verschiedenen Pflegeeinrichtungen. Daneben lassen sich auch Lohnunterschiede zwischen ausländischen und deutschen Beschäftigten in den Pflegeberufen aufzeigen. Näheres dazu finden Sie hier...

In Deutschland wird es bis 2035 wesentlich mehr Menschen im Rentenalter geben.

Die Zahl der Personen im Alter ab 67 Jahren wird zwischen 2020 und 2035 um 22 % von 16 Millionen auf voraussichtlich 20 Millionen steigen, teilt das Statistische Bundesamt (Destatis) nach Ergebnissen der ersten mittelfristigen Bevölkerungsvorausberechnung weiter mit. Dies wird mit hoher Wahrscheinlichkeit Auswirkungen auf die Sozialversicherungen haben. Die nächste Bundesregierung hat hier einiges zu tun.
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/09/PD21_459_12411.html

Kindschaftssachen und häusliche Gewalt

Die vom BMFSFJ herausgegebene Fortbildungsbroschüre zum Thema Schutz und Unterstützung bei und nach häuslicher Gewalt kann vielen Fachkräften der Betrieblichen Sozialen Arbeit zur Qualifizierung dienen. Die Broschüre beleuchtet die rechtlichen Aspekte zu Umgang, elterlicher Sorge, Kindeswohlgefährdung und Familiengerichtlichen Verfahren bei Vorliegen von häuslicher Gewalt.

Fortbildungsbroschüre Kindschaftssachen und häusliche Gewalt

Die offizielle Notruf-App "Nora" der Bundesländer ist veröffentlicht...

Die offizielle Notruf-App "Nora" der Bundesländer ist veröffentlicht...
In der Betrieblichen Sozialen Arbeit ist das Thema bekannt. Menschen mit geringen Sprachkenntnissen, Sprachbeeinträchtigungen oder ganz ohne Sprache ist es kaum möglich, einen Notruf abzusetzen. Mit der neuen offiziellen Notruf-App Nora soll es diesen Personen möglich sein, mit einfachen Symbolen, klaren Texten und einer intuitiven Nutzerführung einen Notruf abzusetzen, der die wichtigsten Informationen enthält. Der bbs e.V. freut sich über Rückmeldungen, falls Erfahrungen gemacht wurden.

https://www.dvfr.de/rehabilitation-und-teilhabe/meldungen-aus-der-reha-landschaft/detail/artikel/nora-ist-da-die-offizielle-notruf-app-der-bundeslaender/?L=0&cHash=687107197da532634aa24096eed24f8e

Entscheidung über Corona-Schutzimpfung für 16-jährigen Jugendlichen

Entscheidung über Corona-Schutzimpfung für 16-jährigen Jugendlichen
In der Betrieblichen Sozialen Arbeit wurde dieses Thema immer wieder diskutiert. Was ist, wenn geschiedenene, gemeinsam sorgeberechtigte Eltern sich uneinig über eine Impfung gegen das Coronavirus ihres Kindes sind? In diesem Fall sprachen sich der Vater und der 16-jährige Sohn für und die Mutter gegen die Schutzimpfung aus.
Bei der Übertragung der Entscheidungsbefugnis über Schutzimpfungen nach § 1628 Satz 1 BGB auf einen Elternteil könne grundsätzlich nach inzwischen gesicherter Rechtsprechung darauf abgestellt werden, dass die Entscheidungsbefugnis grundsätzlich demjenigen Elternteil zu übertragen ist, der die Impfung des Kindes entsprechend den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch Institut befürwortet, soweit bei dem Kind keine besonderen Impfrisiken vorliegen. Die Impfempfehlungen der beim Robert Koch Institut angesiedelten Ständigen Impfkommission (STIKO) sind in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs als medizinischer Standard anerkannt worden.
Damit gibt es nun etwas mehr Klarheit bei einem Thema, dass erfahrungsgemäß sehr emotional diskutiert wird.

Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main