Interviewreihe

Interview-Reihe Soziale Arbeit

Die Interviews bieten uns als Bundesfachverband Betrieblicher Sozialer Arbeit die Möglichkeit, politische, juristische, wissenschaftliche, journalistische oder gesellschaftliche Expertise zu erhalten. So kann ein vertiefter und multiperspektivischer Einblick in die Thematik der sozialen Verantwortung in Organisationen gewonnen werden, wobei das Wechselspiel zwischen hohem Abstraktionsniveau der Antworten und den Schilderungen persönlicher Erfahrungen ganz essenziell zur Horizonterweiterung beiträgt.

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BBS-Interview mit Rabbiner Professor Andreas Nachama

Andreas Nachama (* 27. November 1951) ist ein deutscher Historiker, Publizist und Rabbiner. Er war langjähriger geschäftsführender Direktor der Stiftung Topographie des Terrors. (Foto: Tobias Barniske)

Rabbiner Professor Andreas Nachama stellte sich den Fragen des Bundesfachverbandes Betriebliche Soziale Arbeit e.V. Der frühere langjährige geschäftsführende Direktor der Stiftung Topographie des Terrors und heutige Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz unterstrich im Interview seinen grundsätzlichen Optimismus und seine sachliche Herangehensweise an politische und gesellschaftliche Herausforderungen. Die zunehmenden Probleme am Arbeitsplatz erklärt Nachama mit der abnehmenden Vertrautheit in der heutigen transitorischen Zeit, die Reibungen verursache. Auch er selbst hat Erfahrungen im Bereich der Beratung, was ihn mit den Engagierten im Bundesfachverband Betriebliche Soziale Arbeit verbindet. Sein eigenes Arbeitsumfeld beschreibt Nachama als harmonisch. Gegenseitiges Verständnis sei die Voraussetzung für ein gelingendes Miteinander in Organisationen. Zum Schluss des Gesprächs erläutert Nachama seine Positionen zu Sozialstaatsreformen und steigenden Verteidigungsaufgaben.

 

BBS-Interview mit Dr. Gregor Gysi

Gregor Florian Gysi (*16. Januar 1948) ist ein deutscher Rechtsanwalt, Politiker (Die Linke), Autor und Moderator. (Foto: Deutscher Bundestag/Inga Haar)

Der langjährige Bundestagsabgeordnete der Linkspartei, Dr. Gregor Gysi, kritisiert, das Soziale spiele eine immer geringere Rolle. Das treffe auch auf den zurückliegenden Bundestagswahlkampf zu.
Außerdem träfe die Inflation viele Beschäftigte und Rentner, gerade dann, wenn deren Gehälter und Renten geringer stiegen als die Teuerung.
Die neue Fokussierung auf steigende Rüstungsausgaben lehnt Gysi ab, denn er hält einen Angriff Putins auf ein NATO-Land für unrealistisch.
Beschäftigten, die die Höhe des Bürgergeldes kritisieren, rät er, besser höhere Löhne zu fordern. Eine Senkung des Bürgergeldes würde die finanzielle Situation der Arbeitnehmer nicht verbessern helfen.
Gysi lobt die soziale Verantwortung von Unternehmen – gerade im Mittelstand. Dort gelte oft, wenn es den Beschäftigten gut gehe, geht es auch dem Unternehmen gut. Außerdem unterstützt Gysi die Forderung des BBS e.V., die betriebliche Sozialberatung in großen Unternehmen verpflichtend einzuführen.

 

BBS-Interview mit Dr. Rüdiger Maas

Dr. Rüdiger Maas (* 15. Februar 1979) ist ein deutscher Sachbuchautor. Zusammen mit seinem Bruder Hartwin Maas gründete er 2017 das private Institut für Generationenforschung in Augsburg. Foto: (c) Dr. Rüdiger Maas

Der Generationenforscher Dr. Rüdiger Maas charakterisiert eine Generation als Alterskohorte mit gleicher Lebenswirklichkeit. Auch wenn er für Aussagen über Generationen die Erfahrungen verallgemeinere, spreche er den einzelnen Menschen Individualität selbstverständlich nicht ab. Breiten Raum im Interview nimmt die Generation Z ein. Diese erlebe einen völlig anderen Einstieg in die Arbeitswelt als alle Generationen vor ihr. Viele junge Menschen könnten sich den Arbeitsplatz aussuchen und sie seien deshalb eher Kunden als Bewerber. Schon im Vorstellungsgespräch könnten so Forderungen wie Homeoffice oder 4-Tage-Woche durchgesetzt werden. Negativ sei jedoch, dass die Bedeutung des Arbeitsplatzes entwertet werde; denn ein Gefühl, sich gegenüber Mitbewerbern durchgesetzt zu haben, entstehe nicht. Maas appelliert an Arbeitgeber, eine Organisationskultur des Gemeinsamen zu schaffen. Zum Schluss geht Maas auf die künftigen dramatischen Veränderungen der Arbeitswelt durch KI ein und prognostiziert zunehmende Fallzahlen von Burnout, da die Komplexität in den nächsten Jahren weiter wachsen werde.